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Verein

altes kino Ebersberg e.V.

 

Kein einzelner Pächter, sondern ein Verein von mittlerweile 21 Personen arbeitet an der Gestaltung des alten kinos. Mit an der Spitze: die Mitglieder der ehemaligen Kabarettgruppe “Valtorta”, darunter Markus Bachmeier, der die Geschäftsführung des Kleinkunstbühne und des Stadtsaals “alter speicher” übernommen hat. Diesem Betreiber-Modell liegt ein Nutzungsvertrag zwischen der Stadt Ebersberg, der die beiden Häuser gehören, und dem Verein “altes kino Ebersberg e.V.” zugrunde.

 

Der Verein altes kino Ebersberg e.V. feierte 2017 sein 25-jähriges Bestehen – und damit feiert auch das kleinere der beiden städtischen Häuser, die er eine halbe Autostunde östlich von München in der Kleinstadt Ebersberg betreibt, einen runden Geburtstag. Hervorgegangen ist der Verein aus der vieldekorierten Kabarettgruppe „Valtorta“, die 1995 mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet wurde, sich dem absurden Theater im dadaistischen Stil verschrieben hatte und nach der in der Kreisstadt mit dem Beinamen „Die Perle im Münchner Osten“ sogar die Gasse neben dem Rathaus benannt ist.

 

Das Konzept bewährt sich bis heute

Einstiges Mitglied Markus Bachmeier ist fast so lange Geschäftsführer des Vereins, wie dieser existiert. „Wir stellten damals bei Gründung innerhalb kürzester Zeit ein Konzept auf die Beine, das sich bis heute bewährt hat: Serviert wurden keine schwer verdaulichen Kulturhappen, sondern ein Kleinkunstprogramm, das nicht nur uns, sondern auch den Ebersbergern Spaß machen sollte“, sagt der Ebersberger in der Rückschau. Mit dabei waren neben den “Valtortas”, also Markus Bachmeier, Alexander Liegl, Martin Pölcher und Marlen Reichert, viele Freunde: Friedrich Burschel, Ursi Bauer, Peter Voith, Karin Kurzeder, Thomas Welm, Sebastian Schoepp, Rasso Rottenfußer und Oliver Gentsch.

 

Da die „Valtortas“ einige Jahre lang das Kabarett zum Beruf gemacht hatten und die meiste Zeit des Jahres erfolgreich über die Bühnen im ganzen deutschen Sprachraum getourt waren, wussten sie zum einen, was ein Künstler bei Gastspielen braucht. Und zum anderen hatten sie ausreichend Gelegenheit gefunden, Kontakte zu Kollegen zu knüpfen. So kamen von Anfang an die Größen der Kabarettszene nach Ebersberg. Sie treten nicht nur immer wieder gerne im alten kino auf, weil das Haus mit anheimelndem Ambiente aufwartet, sondern auch weil sie dort von Markus Bachmeier und seinem Team sehr fürsorglich betreut werden.

 

Das erste Vierteljahrhundert

Doch längst ist Kleinkunst nicht alles, was der Verein der Kleinstadt und den Gästen aus einem Einzugsbereich bis Rosenheim, München und Mühldorf bietet. Während die mehr als 25 Jahre alte Kleinkunstbühne mit ihren 200 Sitzplätzen alle fünf Jahre mit einer neuen Eigenproduktion Jubiläum feiert, hat es gleichzeitig ein Kleinkind an der Backe, das noch dazu ein sehr großes Kind ist: den alten speicher. Ist das alte kino – wie der Name erahnen lässt – aus einem Kino hervorgegangen, so gehörte der alte speicher ursprünglich zum Bauhofensemble des früheren Klosters. Noch in den neunziger Jahren käuten dort die Kühe wieder, wo heute in historisch-edlem Ambiente die Gäste das Haus betreten und der Vorverkauf untergebracht ist.

 

Der Saal ist mit modernster Technik und ausgezeichneter Akustik ausgestattet, flexibel genug, um allen Ansprüchen von Orchester-, Chor- und Rockkonzerten über Theateraufführungen bis hin zu Ein-Mann-Kabarett-Abenden gerecht zu werden und bietet je nach Bestuhlung bis zu 500 Sitzplätze. Damit hat sich der Verein nicht nur in neue Dimensionen, sondern auch in neue Genres vorgetastet.

 

Die Familie

So feierte das Kultstück „Der nackte Wahnsinn“ des Engländers Michael Frayn in der Inszenierung von Gabi Rothmüller mit mehreren ausverkauften Aufführungen einen großen Erfolg in Ebersberg. Ein 15-köpfiges Ensemble des Shanghai Dramatic Arts Center präsentierte im alten speicher das opulente Bühnenstück „The White Snake“, der BR zeichnete dort auf, und auch die Münchner Symphoniker gastierten im Saal. „Ich freue mich sehr, dass wir das kulturelle Angebot in Ebersberg erweitern können“, sagt Geschäftsführer Markus Bachmeier.

 

Der Verein wie seine Häuser sind den Kinderschuhen also längst entwachsen, und immer noch macht nicht nur das Programm, sondern auch das Arbeiten dort Spaß – das beweisen die zahlreichen Bedienungen, Barmänner, Beleuchter und Vereinsmitglieder mit ihren erfolgreichen Kabarettaufführungen zu den runden Jubiläen alle fünf Jahre. Die bisherigen Titel für die Eigenproduktionen können dabei durchaus direkt verstanden werden: Das Team fühlt sich als „Die Familie“ und „Mittelpunkt der Welt“.